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Gleichheit und Gerechtigkeit? keine Spur!

Heute möchte ich euch ein bisschen davon berichten, wie das Leben hier in meinen Augen wirklich ist und was das Leben in Südafrika ausmacht. Ich bin ja jetzt 6 Wochen hier und glaube, dass ich es mir nun erlauben kann, auch öffentlich etwas zu beurteilen, was ich täglich erlebe und beobachte. Einer meiner ersten Eindrücke war, dass der Unterschied zwischen "Arm und Reich" enorm ist und sich meist leider auch in "Schwarz und Weiß" wiederspiegelt. Dieser Eindruck hat sich leider bis heute nicht verändert! Es trifft mich sehr, dass ich bis heute vielleicht nur 2-3 "Ausnahmen" erlebt habe und stimmt mich traurig, dass diese "Rollenverteilung" von den Menschen hier nahezu ausnahmslos akzeptiert wird. Eine dieser "Ausnahmen" war ein Bankchef, dem ich begegnet bin, als meine Kreditkarte nicht wieder ausgegeben wurde. Er war ein "Coloured". Eine andere Situation war in einem Fastfood Restaurant einer bekannten Fastfoodkette. Die offensichtliche Personalchefin war ebenfalls eine "Coloured". Aber leider waren das auch schon die Situationen, in denen ich gedacht habe, "Mensch, hier hat sich seit dem Ende der Apartheit echt etwas getan". Absoult vorherrschend ist nach wie vor die Gegebenheit, dass die gut bezahlten und angesehenen Berufe und Jobs den "Weißen" vorbehalten sind und die Tätigkeiten, die entweder schmutzig, körperlich sehr anstrengend oder vermeintlich "einfach" sind, von "Schwarzen" ausgeübt werden. Ich kann dafür ein ganz einfaches Beispiel bringen! 100% der Hausmädchen und Putzfrauen bei uns sind "Schwarze", während unsere Rezeption zu 6/8 mit "Weißen" besetzt ist, die Hostelmanagerin und Eigentümerin "natürlich" auch "Weiße" ist und die Stelle am Traveldesk und an der Reservierung ebenfalls von "Weißen" besetzt werden. Nun die 6/8 Mehrheit an der Rezeption mag ja erst einmal recht "ordentlich" klingen... "sind ja immerhin 2 von Schwarze!" aber wenn ich euch nun sage, welche Schichten diese 2 "Schwarzen" täglich übernehmen, bestätigt das meinen Eindruck aufs Neue. Sie arbeiten nämlich beide ausschließlich die Nachtschicht und zwar immer im Wechsel. Nachtschicht bedeutet von 21h bis 7:30h in der Früh! Unser Hostel ist nur ein kleines und unscheinbares Beispiel und es gibt noch viel brisantere Beispiele. Aber ich hoffe, dass ihr versteht, wie ich es also täglich schon alleine bei der Arbeit erlebe. Ihr seid euch sicher alle bewusst, dass dieses Land hier einiges bewältigen muss, denn das Ende der Apartheit liegt erst knapp 10 Jahre zurück und es eine große Aufgabe ist, überhaupt annähernd Gleichheit und Gerechtigkeit zu schaffen (ganz davon zu schweigen, dass wir das in Deutschland auch noch nicht erreicht haben!) und eine furchtbare Zeit der Rassentrennung zu verarbeiten - aber ich habe hier irgendwie das Gefühl, dass Südafrika stagniert. Und es nicht voran geht. Ich finde das sehr bedenklich, denn es gibt so viele Möglichkeiten genau diesem Straßenbild entgegen zu wirken! Das dies nicht vom einen auf den anderen Tag klappt, ist mir klar, doch auch Ansätze hierzu vermisse ich sehr! Ich bin auch verwundert, dass die jungen Leute, die in Südafrika leben so wenig dagegen zu unternehmen scheinen, stattdessen wirkt es so, als nähmen sie es einfach so hin. Ist ja auch bequemer... Natürlich! Sehr, sehr schade und traurig! Ich bin gespannt und erwartungsvoll, was Südafrika aus seiner Lage macht! Und ob es endlich einen Staat bildet, der nicht primär durch "die Verschiedenheit der Hautfarben und Geldbeuteln" gekennzeichnet ist, sondern an einem Strang zieht und die hier bestehenden Probleme gemeinsam anpackt und zu lösen versucht. Zum Township-Tag möchte ich gerne noch einen Nachtrag machen: in meinem Blog wirkt es so, als ließe mich diese Erfahrung kalt und das Schicksal dieser Township-Bewohner träfe mich gar nicht! Das ist ganz und gar nicht so! Ich habe diesen Blog verfasst und war noch zu enttäuscht vom Hergang unsere Tour. Denn diese Tour verlief ganz und gar nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wir haben kaum einen richtigen Eindruck vermittelt bekommen, konnten nicht wirklich mit den Bewohnern sprechen und Lebens-Geschichten von ihnen hören. Vielmehr war es so, dass wir in das besagte Zentrum geführt wurden und anschließend einen "Spaziergang" durch ein Wohngebiet gemacht haben. Folglich kann ich euch leider nichts berichten, was mir begegnet ist oder wie ich diese Begegnungen empfunden hätte. Ich hoffe, dass ihr nun versteht wie es zu diesem Township-Blogeintrag kam! Bis bald und genießt den anscheinend endlich anzukommenden Frühling
12.4.13 23:39
 


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